Bodenuntersuchung in den Weinbergen

Die Böden in den Weinbergen sind für unsere Reben die Basis allen Geschehens: Sie sind die Grundlage für gesundes Wachsum und gesunde, reife Trauben – unabhängig davon, ob dort Weißweinrebsorten oder Rotweinrebsorten wachsen.
Der Boden ist dabei nicht nur der Platz, an dem die Rebe steht. Er versorgt die Stöcke über die Wurzeln mit Wasser und allen Nährstoffen, die sie im Jahresverlauf für Austrieb, Blüte, Fruchtansatz und nicht zuletzt reife Trauben braucht.
Für uns als Winzer gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, die Qualität des Bodens bezüglich Struktur und Nährstoffangebot sorgsam zu hegen und zu pflegen, denn die Reben sollen weder hungern noch überfüttert werden.
Aus diesem Grund sind regelmäßige Bodenanalysen vor Düngergaben ein Muss.

Bohrstock + Hammer
Gesetzliche Regelung
Die bundesweit gültige Düngeverordnung regelt darüber hinaus Aufzeichnungspflichten der Winzer über den Zustand der Böden. So muss für Weinbergsflächen ab einer Schlaggröße von einem Hektar spätestens alle 6 Jahre eine Bodenanalyse erfolgen. Darüber hinaus sind die entsprechenden Analyseergebnisse, die Ermittlung des Düngebedarfs sowie die ausgebrachten Düngermengen zu dokumentieren.
Diese Vorgaben sollen sicherstellen, dass Düngemittel bedarfsgerecht eingesetzt und Nährstoffüberschüsse vermieden werden.
Während die Düngeverordnung lediglich eine Untersuchung spätestens alle 6 Jahre vorschreibt, führen wir Bodenanalysen regelmäßig durch, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielt reagieren zu können.
Wie kommt man an eine Bodenprobe?
Betriebsweit werden in mehreren Weinbergen an mehreren Stellen Proben “gezogen”. Damit erhalten wir einen repräsentativen Durchschnitt und vermeiden Fehlentscheidungen aufgrund punktueller Abweichungen.
Das Werkzeug dafür ist der Bohrstock, ein etwa 1,20 m langes, im unteren Bereich knapp halb offenes Metallrohr. Die seitlich eingravierte Skala zeigt die eingeschlagene Tiefe. Der Bohrstock wird mit einem großen Hammer so weit in die Erde geschlagen, bis die gewünschte Tiefe – meist zwischen 30 und 60 cm – erreicht ist.
Durch zwei Bohrungen am oberen Ende wird ein Metallstab eingeführt, mit dem sich der eingeschlagene Bohrstock gut drehen und wieder herausziehen lässt. Die gewonnenen Bodenproben werden eingesammelt, ordentlich beschriftet und gehen dann ins Labor.
Auf jeder Fläche werden Proben an mehreren Stellen entnommen, um einen verlässlichen Durchschnittswert zu erhalten.
Was wird analysiert?
Zur Untersuchung gehören Bestimmung von
- pH-Wert
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Bor (B)
- Kupfer (Cu)
- Mangan (Mn)
- Natrium (Na)
- Zink (Zn)
- Magnesium (Mg)
- Eisen (Fe)
- Humusgehalt
Was sagt die Bodenuntersuchung?
Die Analysewerte geben genauen Aufschluss über den Ist-Zustand bei der Versorgung der Reben mit Makro- und Mikronährstoffen. Der pH-Wert gibt zudem Aufschluss, welche Nährstoffe die Reben in welchem Umfang aufnehmen kann. Eine Analyse ist daher immer im Gesamtbild zu betrachten, weil die Aufnahme einzelner Nährstoffe voneinander abhängt.
Zusammen mit den konkreten Analysewerten gibt das Bodenlabor – je nach Nutzung der Fläche – eine Empfehlung für eine möglicherweise notwendige Düngung ab. Dabei kann es durchaus passieren, dass nur einzelne Nährstoffe ergänzt werden müssen.
Beispielsweise kommt es in unseren kalkreichen Böden häufig vor, dass Eisen ergänzt werden muss, um der Eisenmangelchlorose entgegenzuwirken.
Die Eisenmangelchlorose zeigt sich in gelb verfäbten Blättern mit grünen Blattadern – einem Zeichen für verringerte Chlorophyllbildung. Das Laub kann dann nicht richtig assimilieren, und die Photosynthese – die “Solaranlage” der Rebe – arbeitet nicht mehr richtig.
In Fall von Eisenmangel spritzen wir mit einem wasserlöslichen Eisenchelat, das die Pflanzen über das Laub besonders gut aufnehmen können.
Die Bodenanalysen erlauben uns gezielte und bedarfsgerechte Düngung. So erhalten die Reben genau die Nährstoffe, die sie benötigen – nicht mehr und nicht weniger. Das schont die Umwelt, spart Ressourcen und trägt dazu bei, gesunde Reben und hochwertige Trauben zu erzeugen.
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