Rotwein-Cuvées – edler Rotwein-“Mix”

einer Rotwein-Cuvée
Rotwein-Cuvées sind bei unseren südlichen Weinbau-Nachbarn Frankreich, Italien und Spanien weit verbreitet, während in Deutschland Rotweine häufig nur sortenrein ausgebaut werden.
Was ist eine Rotwein-Cuvée?
Als Cuvée (oder Verschnitt) bezeichnet man einen Wein, der aus mehreren Rebsorten oder mehreren getrennt ausgebauten Weinpartien zusammengestellt wird. Ziel ist nicht Beliebigkeit, sondern ein klar definierter Stil: harmonisch, strukturiert und passend zum Jahrgang.
Rotwein-Cuvées können aus zwei, drei oder mehr Rebsorten miteinander kombiniert werden. Dabei dürfen nach deutschem Weinrecht in Rotwein-Cuvées nur Rotweine miteinander verschnitten werden. Die Beimischung von Weißweinen ist nicht zulässig.
Wichtig: Eine Cuvée ist kein Zufallsprodukt. Jeder einzelne Wein wird bei uns zunächst separat vinifiziert und ausgebaut. Erst danach entscheidet die Verkostung, welche Partien zusammen das beste Ergebnis ergeben. Eine Rotwein-Cuvée ist das Resultat gezielter Komposition von Rebsorten, sodass Fruchtnoten, Tannin und Säure zu einem stimmigen Ganzen werden. Gerade bei trockenen Rotweinen sorgt eine Cuvée oft für mehr Tiefe, Balance und Wiedererkennbarkeit.
Rotwein-Cuvées: Sinnvoll oder Unsinn?
Wieder einmal ein Punkt in der Weinbereitung, über den Fachleute trefflich zu streiten verstehen!
Während Wein-Puristen allein die Idee, mehrere Rebsorten miteinander zu “mischen” als lästerlich verurteilen, finden Liebhaber fein abgestimmter, besonders harmonischer Rotweine diese oft genau in den Rotwein-Cuvées, da deren Bestandteile im optimalen Fall so miteinander kombiniert sind, dass sie sich gegenseitig geschmacklich auf’s Beste ergänzen und unterstützen.
So kann ein fruchtiger Rotwein das geschmackliche i-Tüpfelchen mit einem kleinen Anteil einer gerbstoffbetonteren Rebsorte bekommen, oder die Fruchtnoten zweier Rebsorten vereinigen sich zu einer harmonischen Fülle, die jeder der beteiligten Weine für sich alleine nicht hätte.

Rotwein-Cuvées – Chefsache im Weingut Fuchs
Hans-Jakob Fuchs, der Chef unseres Hauses, ist ein echter “Überzeugungstäter” in Sachen trockene Rotweine und liebt die Herausforderung, Cuvées nach eigenem Gusto zu komponieren.
Wie entsteht eine Rotwein-Cuvée?
Am Anfang steht die Idee, die geschmackliche Vorstellung, wie der fertige Wein am Schluss schmecken soll. Soll er leicht oder schwer sein, zart oder intensiv fruchtig, wie viel Gerbstoff soll er haben?
Diese Idee für eine bestimmte Cuvée entsteht meist schon beim Probieren der noch rohen Jungweine, die während des Gärprozesses und der Lagerung auf der Hefe regelmäßig verkostet werden. Dabei entwickelt Hans-Jakob Fuchs gedanklich schon eine Vorstellung, welche Weine sich wie miteinander ergänzen.
Handwerkliche Arbeit: Rotwein-Cuvée
Es bedarf mehrerer umfangreicher Versuchsreihen im Labormaßstab mit Proben verschiedener Rotwein-Rebsorten, eine Cuvée zu komponieren. Ein wenig erinnert das Vorgehen an das Abschmecken beim Kochen, denn auch hier können kleinste Veränderungen große oder sogar zu große Wirkung zeigen.
Während der einzelnen Verschnittversuche und Verkostungsschritte nähert sich die Cuvée immer weiter ihrem endgültigen Geschmack. Dabei wird penibel protokolliert, welche Weine in welchem Verhältnis zueinander verwendet werden.
Erst wenn die Cuvée “rund” schmeckt und Hans-Jakobs Vorstellungen voll und ganz entspricht, wird sie abgefüllt.
Gute Gründe für Rotwein-Cuvées
- Balance: Eine Sorte bringt diese, andere jene Fruchtnoten, eine weitere Tannin oder Würze – zusammen wirkt der Wein runder.
- Struktur: Gerbstoffe und Säure lassen sich gezielt einsetzen, damit der Wein “Rückgrat” bekommt.
- Komplexität: Mehrere Rebsorten können das Aromenspektrum erweitern.
- Gleichbleibender Stil: Cuvées ermöglichen einen wiedererkennbaren Stil, ohne die Eigenheiten des Jahrgangs zu verlieren.
Die Rollen der Rebsorten in einer Rotwein-Cuvée

In einer gelungenen Cuvée übernimmt jede Komponente eine Aufgabe. Welche Rebsorte welche Rolle spielt, hängt von Herkunft, Ertrag, Reifegrad und Ausbau ab. Typisch sind diese Funktionen:
Tannin als Strukturgeber
Diese Cuvéepartner liefern spürbare Gerbstoffe, Dichte und oft auch Lagerpotenzial. Sie sorgen dafür, dass der Wein nicht “breit” wirkt, sondern Spannung hat. Die Weine werden deutlicher im Geschmack, bleiben länger am Gaumen und haben mehr Reifepotenzial.
Als gerbstoffbetonte Cuvéepartner verwenden wir
- Cabernet Dorsa,
- Cabernet Mitos und
- eine namenlose Neuzüchtung aus Weinsberg aus Cabernet Sauvignon x Limberger.
Frucht + Aromatik
Diese Rotweinrebsorten bringen fruchtige Noten, oft von Beeren, Kirschen oder Pflaumen in die Cuvée und geben dem Wein eine angenehme, harmonische Aromatik.
- Dornfelder
- Merlot
- Portugieser
- Schwarzriesling
- Spätburgunder
Rotwein-Cuvées entdecken
Einige unserer Rotweine entstehen als sorgfältig komponierte Cuvées. Eine aktuelle Übersicht finden Sie in der Kategorie trockene Rotweine.
FAQ – Häufige Fragen zu Rotwein-Cuvées
Was ist eine Rotwein-Cuvée?
Eine Rotwein-Cuvée ist ein Rotwein, der aus mehreren Rebsorten komponiert wird. Ziel ist ein harmonischer, ausgewogener Stil, bei dem sich Frucht, Tannin und Säure harmonisch ergänzen.
Ist eine Rotwein-Cuvée minderwertig?
Nein – im Gegenteil. In klassischen Weinbauländern wie Frankreich entstehen viele der renommiertesten Rotweine traditionell als Cuvées. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Rebsorten, sondern die Qualität der Trauben und die handwerkliche Sorgfalt bei der Komposition.
Ist eine Rotwein-Cuvée ein guter Wein?
Eine Rotwein-Cuvée ist ein sehr guter Wein, wenn sie sorgfältig komponiert wurde. Gerade fein abgestimmte Cuvées bieten oft mehr Tiefe, Balance und Komplexität als ein einzelner sortenreiner Wein.

