Pheromone im Weinbau – biologischer Pflanzenschutz gegen Traubenwickler

Pheromone sind eine umweltfreundliche Methode, um Schädlinge im Weinbau gezielt zu kontrollieren.
Grundsätzlich ist Pflanzenschutz im Weinbau ein wichtiges Thema. Neben den Pilzerkrankungen, gegen die viele Rebsorten empfindlich sind, bedroht ein auf Trauben spezialisierter Falter die Gesundheit der Trauben: der Traubenwickler.
Glücklicherweise gibt es dafür ein gut wirksames biologisches Pflanzenschutzmittel in Form von Pheromonen.
Die Pheromonampullen, die ihren Duft weit in den Spätsommer hinein abgeben, müssen auf jeden Fall rechtzeitig in den Weinbergen verteilt werden. Heißt: früher Austrieb braucht frühes Aushängen, denn der Falter beginnt seinen ersten Flug häufig schon etwa Ende April.
In weiten Teilen der Gemarkung werden daher vor oder spätestens kurz nach dem Austrieb die Pheromonampullen in den Weinbergen ausgehängt, die den Traubenwickler schon seit Jahren erfolgreich an der Eiablage hindern.
Pheromone: Umweltfreundlicher und giftfreier Pflanzenschutz
Die Pheromone gegen den Traubenwickler sind Duftstoffe, die verhindern, das die Falter sich vermehren können, indem sie die Männchen dieses Falters verwirren: Durch die großflächige, nur für das Insekt wahrnehmbare Duftwolke, sind die Herren Falter nicht mehr in der Lage, die Weibchen aufzuspüren und sich mit ihnen fortzupflanzen.
Dieses Prinzip funktioniert sehr gut – aber nur dann, wenn die Weinberge durchgängig in sehr großen, zusammenhängenden Flächen mit den Duftampullen bestückt werden.
Durch den Einsatz der Pheromone kann der Einsatz von Insektiziden gegen den Traubenwickler vollständig unterbleiben.
Pheromone ausbringen
Zur Verteilung der Ampullen haben sich die Winzer bei uns in Anwendergemeinschaften zusammengeschlossen und erledigen die Ausbringung selbst.
Größere Gebiete werden “am Stück” auf verschiedene Gruppen aufgeteilt. Die Helfer laufen die Rebzeilen ab und hängen in bestimmten Abständen die Pheromonampullen an Reben oder an den Drahtrahmen. Darüber hinaus müssen die Pheromone auch auf Randstücken wie Böschungen oder Wegrändern verteilt werden, damit keine größeren Lücken in der Duftwolke entstehen.
… Kontrolle ist besser
Um sicherzugehen, dass sich nicht doch irgendwo die Traubenwickler in größerem Umfang vermehren, werden gemarkungsweit verteilt Fallen aufgehängt, die regelmäßig kontrolliert werden.
Was ist ein Traubenwickler?
In unserer Gegend gibt es zweierlei dieser Falter, nämlich den Einbindigen und den Bekreuzten Traubenwickler. Sie sind nur zwischen 5 und 7 mm klein; ihre Raupen können jedoch erheblichen Schaden in den Weinbergen anrichten.
Die Raupen der ersten Generation, der “Heuwurm”, schädigen die Blüten der Reben. Die zweite Generation, der “Sauerwurm”, folgt im Juli/August, um sich über die noch sauren Beeren herzumachen. Der Bekreuzte Traubenwickler bringt schließlich bei günstigem Wetter im September/Oktober noch eine dritte Generation hervor. Dieser “Süßwurm” ernährt sich von den reifenden Trauben.
Bei ungehinderter Vermehrung führt der Befall mit Traubenwicklern nicht nur zu großen Ernteausfällen, sondern schädigt auch die Qualität der verbleibenden Ernte, weil die vom Traubenwickler angestochenen Beeren essigstichig werden.
Hier finden Sie mehr Infos über Pflanzenschutz und eine Übersicht mit verschiedenen Themen rund um Weinberge und Weinbau.
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