Hildegard Fuchs

Dessertwein – Edelsüße Weißweine und Rotweine

Dessertweine heißen besonders dichte und gehaltvolle Weine aus hochgradig reifen Trauben, die sich durch ausgeprägte Süße auszeichnen. Sie sind – daher ihr Name – klassische Begleiter zu Süßspeisen und Desserts am Ende eines Menus oder zu Kuchen und Gebäck.

Darüber hinaus sind Dessertweine extravagante Apéritifs. Sie passen besonders gut zu Pâtés, insbesondere Gänse- und Entenleberpâté, und zu würzigen Käsesorten.

Ein hohes Mostgewicht ist für die Ernte eines Dessertweins unabdingbar.

Weiße Dessertweine – die Klassiker unter den edelsüßen Weinen

Für die Gewinnung edelsüßer Dessertweine sind keineswegs alle Rebsorten geeignet.

Um einen Dessertwein ernten zu können, muß die Rebsorte in der Lage sein, hohe Reifegrade zu erreichen. Frühreifende Sorten wie Siegerrebe oder Huxelrebe eignen für diesen Zweck besonders gut, denn sie beginnen innerhalb der Vegetationsperiode frühzeitig, Zucker in den Beeren einzulagern und ihre Aromatik auszubilden.

Spätreifende Weißweinrebsorten wie Riesling oder Gewürztraminer benötigen optimale Lagen und Witterungsumstände, um die hohen Reifegrade erreichen zu können.

Um die Reife zu begünstigen, werden die Trauben in den entsprechenden Weinbergen oftmals stark ausgedünnt, das heißt, ein Teil des Fruchtansatzes wird entfernt, um den verbleibenden Trauben höhere Reife zu ermöglichen.

Bei weißen Rebsorten spielt die Edelfäule der Trauben eine wichtige Rolle. Die Beeren trocknen ein und konzentrieren ihre Inhaltsstoffe in einem natürlichen Prozeß.

Rote Dessertweine – Raritäten in rot

Edelsüße Rotweine sind weitaus seltener als weiße Dessertweine, denn um einen solchen Rotwein zu ernten, darf –  im Gegensatz zum Weißwein – keine (!) Botrytis entstehen. Vielmehr müssen die Trauben bis zum Erntezeitpunkt kerngesund bleiben und rosinenartig eintrocknen.

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