Die äußerst selten angebaute Liebhaber-Rotwein-Rebsorte stammt verschiedenen Quelle zufolge ursprünglich aus Sizilien und wird heute in ihrer Heimat Südtirol auf nur wenigen Hektar Fläche angebaut.
Der Rosenmuskateller gilt als besonders anspruchsvoll und empfindlich, mit geringen und höchst unzuverlässigen Erträgen.
Bei geeignetem Standort und günstigem Witterungsverlauf bringt der Rosenmuskateller hellrubinrote, aromatisch-fruchtige Rotweine mit feinem Muskatbukett und intensivem Rosenduft.
Im Jahr 2004, auf der Suche nach einer bukettbetonten Rotweinsorte bekamen wir zunächst die Auskunft “so etwas gibt es nicht” – Weine haben laut gängiger Expertenmeinung entweder Farbe oder Bukett.
Der Zufall wollte es anders und brachte uns den Beweis für das Gegenteil. Freunde, die gerade in Südtirol Urlaub gemacht hatten, machten uns auf den Rosenmuskateller aufmerksam. Einige Proben waren schnell bestellt und verkostet; die Weine waren alle sehr süß ausgebaut und hatten in der Tat ein für Rotweine auffallend ausgeprägtes Bukett.
Geschmacklich schien der Rosenmuskateller es durchaus wert, einen eigenen Anbauversuch zu wagen. Wir sammelten weitere Details zu den Anbaubedingungen und stellten die Idee zunächst zurück, da kurzfristig kein Weinberg frei wurde, der für diese überaus anspruchsvolle Rebsorte geeignet war.
2006 hatten wir das Glück, einen Weinberg in einer exponierten Südhanglage am Zeller Schwarzen Herrgott, auf der Pfälzer Seite des Betriebes, übernehmen zu können. Diese Fläche war geradezu prädestiniert für unsere Wunsch-Rebsorte.
Selbstverständlich kann man Rosenmuskateller-Reben nicht an jeder Ecke im Gartencenter kaufen, doch unser Rebschuler machte dank guter Kontakte das Unmögliche möglich und importierte für uns die jungen Pflanzrebchen.
2007 war es endlich soweit: im Frühjahr legten wir den Weinberg mit Rosenmuskateller an, nicht ohne zuvor dafür eine Ausnahmegenehmigung einzuholen.
Da die Rebsorte gemäß der “Liste der empfohlenen Rebsorten” in Deutschland generell nicht zugelassen ist, steht der Rosenmuskateller bei uns in einer – genehmigungspflichtigen – Versuchsanlage.
Das obenstehende Foto zeigt eine unserer ersten Rosenmuskateller-Trauben. Als spätreifende Rotwein-Rebsorte setzt beim Rosenmuskateller die Färbung der Beeren sehr spät ein. Während die Trauben von Dornfelder oder Portugieser schon kräftig dunkelblau gefärbt sind, zeigen die Rosenmuskateller zur gleichen Zeit noch ganz unterschiedliche Farbtöne: die meisten Beeren haben einen intensiven Pink-Farbton; einzelne sind noch grün, bei anderen schägt der Farbton bereits zu Dunkelblau um.
Die dunkelblau gefärbten Beeren werden mit zunehmender Färbung auch bereits ein wenig weich – sie haben fühlbar begonnen, Saft zu bilden. Noch schmecken sie relativ sauer, zeigen aber schon eine zarte Muskatellernote im Aroma.

Ein Foto der ganz reifen Rosenmuskateller-Trauben finden Sie links: rosinenartig eingetrocknet brachten die Trauben eine hervorragende Auslesequalität, in – wie erwartet – nur verschwindend kleiner Erntemenge.
Die wenigen, kostbaren Trauben wurden als letzte der Ernte 2009 mit der Hand gelesen.
Wie es sich für solch einen “Jungfernwein” gehört, wurden die Trauben nicht maschinell gemaischt, sondern von zwei Jungfrauen zu Maische gestampft.
Wir bedanken uns bei den beiden hilfsbereiten jungen Damen aus Dalsheim: die 13 jährige Tochter Jeanette unseres Kellermeisters Alex Winter und ihre gleichaltrige Freundin Lisa Hess waren mit viel Engagement und Begeisterung dabei.
Inzwischen liegt der Rosenmuskateller in einem kleinen Fäßchen und harrt der Füllung. Die Probe des Rohlings zeigt einen aromatisch-dichten Rotwein von schöner Farbe.
aktualisiert 28.7.2010
last update
2010-07-28

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