Feldsalat, frisch aus dem Garten

Frischer Feldsalat

Frischer Feldsalat

Zu meiner großen Freude konnte ich heute ein kleines Eimerchen frische “Rapunzeln” ernten.

Feldsalat – oder Ackersalat, Rapunzel, Wingertsalat, Nüßlisalat, Vogerlsalat … – das leckere Grünzeug firmiert unter vielen verschiedenen Namen.

Was man im Lebensmittelhandel davon kaufen kann, kommt in der Regel aus Anbau unter Glas oder unter Folie. Die bereits vorgewaschenen und vorgeputzten Blattrosetten, abgepackt in dicht verschlossenen Kunststoffschalen, halten sich einige Tage im Kühlschrank und sind blitzschnell zubereitet.

Feldsalat im Garten – Theorie

Theoretisch ist der Feldsalat recht einfach zu kultivieren, denn er stellt keine besonderen Ansprüche an Standort und Boden. Eine gute Ernte steht und fällt jedoch mit dem Witterungsverlauf nach der Aussaat.

Der richtige Aussaatzeitpunkt  – so ist es in Gartenbüchern zu lesen – ist “August/September”. Leider ist es ziemliche Glückssache, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Sät man ihn im Spätsommer zu früh aus, keimt er möglicherweise nur zögernd, weil es noch zu warm und trocken ist. Ist man zu spät dran (bzw. kommt der Herbst sehr früh), kommt er nicht mehr richtig in die Gänge und wächst nur zögernd.

Je nach Witterung über den Winter – die zarten, kleinen Pflänzchen sind ganz erstaunlich winterhart – wächst der Feldsalat eifrig weiter oder fällt quasi in Winterschlaf, bis ihn im Frühling Licht und Wärme wieder zum Wachsen anregen.

Kommt das Frühjahr zeitig, wächst er fröhlich vor sich hin und bildet schöne Blattrosetten. Setzt die wärmere Witterung allerdings erst spät ein, lassen die Rapunzeln diese Wachstumsphase praktisch ersatzlos aus und “schießen” ohne weitere Umstände, um ihre kleinen weißen Blütchen zu bilden. Die Ernte fällt dann mehr oder weniger aus.

Feldsalat im Garten – Praxis

Die oben beschriebenen Probleme zeigen es deutlich: ein wirklich zuverlässiger Kandidat für regelmäßige, reichliche Ernten ist Feldsalat leider nicht gerade …  viele Versuche in akkurat vom Unkraut befreiten Reihen, mit verschiedenen Feldsalatsorten und mit unterschiedlichen Aussaaten brachten nicht so recht die erträumten Ergebnisse. Vielleicht mag er mich ja auch einfach nicht? 🙁

Nachdem ich vor einigen Jahren frustriert beschlossen hatte, daß dieses Grünzeug und ich anscheinend nicht kompatibel sind, kam überraschend ein erster, kleiner Erfolg: die wieder einmal viel zu früh hochgeschossenen Rapunzelchen hatten sich nämlich selbst ausgesät. Zwischen Erdbeeren und Himbeeren, am Wegesrand zwischen allerlei Stauden – überall, wo sie niemand störte, sprossen auf einmal die schönsten Feldsalatpflänzchen.

Seitdem hat der Feldsalat in meinem Garten praktisch Narrenfreiheit und darf wachsen, wo er will. Ich beobachte lediglich, wo er etwa ab Ende August / Anfang September zu keimen geruht. Von Stund an wird dort nicht mehr gehackt, und ich lasse die kleinen Pflänzchen gänzlich in Ruhe.

Die im Frühling hochgeschossenen und blühenden Pflanzen lasse ich ungestört stehen; sie dürfen sich frei aussamen.

Feldsalat ernten

Mit einem spitzen Messerchen bewaffnet geht die Ernte am leichtesten, indem man die Wurzeln knapp unter der Blattrosette abschneidet. Auf diese Art nimmt man nicht gar zu viel Erde mit.

Nach der Ernte sollte der Salat – wenn er denn nicht sofort verarbeitet und aufgegessen werden kann – kühl und feucht, z.B. in einer verschlossenen Schüssel im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Feldsalat verarbeiten

Im Gegensatz zu ihren fast eßfertig geputzten Kollegen aus dem Supermarkt kommen die Rapunzeln aus dem Garten, die auf richtiger Erde im Freien gewachsen sind, mit ordentlich schmutzigen Füßen in die Küche.

Die Putzerei ist leider arbeitsintensiv: gelbe und welke Blättchen schneide ich gerne vor dem Waschen weg, danach wird gründlich gebadet. Unter drei Waschgängen geht gar nichts, denn in den Blattachseln sitzen immer reichlich Erde und Sand, und hier und da findet sich auch einmal eine kleine Schnecke, die das Pech hatte, nicht rechtzeitig abzuspringen.

Feldsalat zubereiten

Feldsalat mit Verjus-Joghurt-Dressing und gerösteten Pinienkernen

Feldsalat mit Verjus-Joghurt-Dressing und gerösteten Pinienkernen

Vom klassischen Essig- und Öl-Dressing bis zu raffinierten Rezepten ist Feldsalat immer lecker – ganz besonders mag ich ihn übrigens “ohne alles”, nämlich einfach nur frisch gewaschen aus dem Sieb.

Eines unserer Lieblingsrezepte finden Sie hier: Feldsalat mit Joghurt-Verjus-Dressing mit gerösteten Pinienkernen. Statt der Pinienkerne passen auch gut geröstete Sonnenblumenkerne, gehackte Pistazien oder Walnüsse zum Salat.