Frühling im Garten

Blühender Süßkirschenzweig

Blühender Süßkirschenzweig

Die Obstwiese steht in voller Blütenpracht, Mandeln und Pfirsiche sind schon fast abgewelkt, und sogar die ersten Apfelblütchen haben sich schon geöffnet.

Ob und wann der Frühling schon einmal so früh so warm wie dieses Jahr kam, kann ich nicht sagen – jedenfalls nicht in den letzten 20 Jahren meiner Aktivität als Chef-Gartenwühlmaus.

So wunderschön die Blütenpracht an den Obstbäumen ist – als Gärnter hält man auch ständig ein wenig die Luft an, ob es wohl noch einmal Frost geben und alles gnadenlos erfrieren wird.

Frühlingsblüher auf der Wiese

Nicht nur die Bäume blühen, auch untendrunter im Gras wächst alles fast schneller, als man hingucken kann. Auf der Obstwiese – kein Rasen! –  haben sich viele wilde und verwilderte Blumen ausgebreitet, die nun mit dem frischen Gras um die Wette wachsen und bunte Farbkleckse setzen.

Vergißmeinnicht auf der Wiese

Vergißmeinnicht auf der Wiese

Ganze Nester von Veilchen bilden lila Farbtupfer, die einen hübschen Kontrast zu den weißen Gänseblümchen bilden. Dazwischen haben sich strahlend himmelblaue Vergißmeinnicht ausgesamt und ein paar ebenso blaue Blausternchen ausgebreitet. Die zahllosen weiteren, zum Teil blühenden Wildkräuter kann ich leider gar nicht alle benennen.

Das Gras hätte ich eigentlich in dieser Woche schon mähen sollen, konnte es aber nicht über mich bringen, die Blumen dazwischen mit abzumähen. Vielleicht stelle ich den Mäher einfach ein Stück höher ein, damit die Blümchen nicht geköpft werden? 🙂

Gemüsebeete: Bodenbearbeitung spezial 2014

Normalerweise reche ich die Beete im Frühjahr glatt, sobald es etwas abgetrocknet ist, sprich: die Erde nicht mehr unter den Füßen klumpt.

Dieses Jahr scheiterte der gute Wille zum Abrechen leider an der außergewöhnlichen Bodenstruktur, denn der ausgebliebene Frost ließ auch die “Frostgare” ausfallen, nämlich den Effekt, daß umgegrabene, dicke Erdschollen durch das Gefrieren quasi aufgesprengt werden. Gut durchgefrorene Erdbrocken zerfallen beim Abrechen in feine, krümelige Struktur.

Stattdessen boten die dicken Erdklumpen dem Rechen maximalen Widerstand: außen bockelhart, innen lehmig-klumpig … die Beete einigermaßen glatt zu kriegen, ist dieses Frühjahr ein mühsames Geschäft! Also mußte die Hacke her, um zunächst die großen Brocken in kleinere zu zerlegen. Anschließend mit dem Wasserschlauch für die nötige gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen, über Nacht ziehen lassen – und dann klappte es zumindest auf manchen Stücken, wenn auch nicht wirklich gut.

Erste Frühjahrsaussaaten

Da eines meiner drei großen Gemüsebeete sehr viel Lehm enthält, der bei Feuchtigkeit klumpt und bei Trockenheit fest zusammenbackt, habe ich dort nach dem mühsamen Abrechen die ersten Frühjahrsaussaaten gemacht. Die schwierig zu bearbeitende Erde wird dadurch gleich wieder durchwurzelt und beschattet:

1. Kresse

Dieses Kraut kennen viele leider nur aus den im Supermarkt angebotenen Schächtelchen. Die Keimlinge im Pappkarton, die auf praktisch jedem Untergrund wachsen, sind geschmacklich nur ein müder Abklatsch dessen, was Freilandkresse bietet.

Eine breite Reihe, locker gesät, geht innerhalb weniger Tage aus den Samen auf, sofern Wärme und Feuchtigkeit ausreichen. Der grüne Teppich aus Keimblättern, wie man sie aus besagten Pappkästchen kennt, ist innerhalb einer Woche gewachsen.

Natürlich kann man die Blättchen in diesem Stadium schon ernten. Es lohnt sich aber, die Kresse weiterwachsen zu lassen – die Ausbeute wird bedeutend höher. Sobald die Pflänzchen anfangen zu schießen, wird es Zeit, sie wegzuhacken.

Kresse säe ich meist nur im Frühjahr, denn später im Jahr hat man bei ihr oft mit Erdflöhen zu kämpfen, die die Blätter bis zur Unkenntlichkeit abfressen.

Kulinarisch bietet Kresse scharf-würzigen Genuß: sie schmeckt gut auf dem Butterbrot und an verschiedenen Salaten. Beim Erhitzen verliert das aromatische Kraut leider viel von seinem Geschmack.

2. Spinat

Spinat ist ebenfalls eine gute Vorkultur für viele Gemüsesorten, die erst später ausgepflanzt werden. Er bedeckt und durchwurzelt den Boden … und liefert außerdem leckeres Grün für Salate und Gemüse.

Auch hier erfolgt die Aussaat breitwürfig; nach etwa einer Woche erscheinen die ersten Keimblättchen. Wenige Wochen später ist der Spinat erntereif, schießt dann aber auch bald in die Höhe.

3. Steckzwiebeln

Zwiebeln müssen früh in den Boden, damit sie genügend lange Erntezeit haben. Allerdings kann man sie nicht als Vorkultur verwenden; sie brauchen bis zur Reife im August/September einen gut besonnten Platz.

Frühjahrs-Pflanzungen

Mit den ersten Sonnenstrahlen kommen in den Gartenmärkten auch die ersten Gemüsepflänzchen in die Regale: Kohl in jeder Form und Farbe, Salate, aber auch schon empfindlichere Gewächse.

Ein 10er- oder 12er-Päckchen Kohlrabi oder Salat kostet nicht viel; mit diesen Pflänzchen eröffne ich regelmäßig die Pflanzsaison. Geht es gut, habe ich sehr früh eigenen Salat, geht es schief, weil es zu kalt und naß war, ist nicht viel verloren. Meistens klappt es! 🙂

Mit anderen Kohlgewächsen habe ich nicht so viel am Hut; es ist mir einfach zu lästig, die Pflanzen ständig gegen den Kohlweißling und seine gefräßigen Raupen verteidigen zu müssen. Und als Bio-Fleischbeilage finde ich die Viecher auch nicht wirklich reizvoll …

Weitere Pflanz-Vorbereitungen

Je nach Wetterlage warte ich die Eisheiligen – die Namenstage von Servatius, Pankratius, Bonifatius und der “kalten Sophie“ vom 12.–15. Mai – nicht immer ab, bis ich die frostempfindlichen Gemüsesorten auspflanze. Aber schon Anfang April auszupflanzen, wäre gärtnerisches Kamikaze.

Über die diesjährigen Tomatensorten habe ich bereits berichtet. Die Pflänzchen sind mittlerweile zwischen 5 und 15 cm hoch und stehen kühl und hell hinter Glas. An sonnigen Tagen dürfen sie hinaus, kommen aber abends wieder ins Haus. Weitere Aussaaten unter Glas stehen nun mit Gurken und Zucchini an.

Auf den Beeten versuche ich inzwischen, das Unkraut im Zaum zu halten. Löwenzähne wachsen praktisch überall, wo man sie läßt. Mit zunehmender Wärme zeigen sich auch die ersten Winden, die ich in den Beeten als besonders lästig empfinde, weil ihr weitverzweigtes Wurzelwerk tief in den Boden reicht und praktisch nicht auszurotten ist.