Barbarazweige

Blühender Kirschzweig

Blühender Kirschzweig

In Zeiten von jederzeit verfügbaren frischen Schnittblumen und exotischen Zimmerpflanzen ist der Brauch, am “Barbaratag” Blütenzweige zu schneiden, wohl ein wenig in Vergessenheit geraten.

Ich kenne Kirschzweige als die traditionellen “Barbarazweige”. Am 4. Dezember geschnitten und in einer Vase ins Warme gestellt, öffnen die Zweige ihre Knospen und blühen zu Weihnachten.

Kirschen und andere Barbarazweige

Regionsabhängig werden auch andere Zweige als Barbarazweige geschnitten. Viele Obstgehölze und Blütensträucher “funktionieren” nach demselben Prinzip. Ihre im Spätsommer angelegten Blütenknospen warten quasi nur auf den Impuls durch genügend warme Temperaturen, um sich zu öffnen. Geeignet sind Zweige von:

  • Kirsche
  • Apfel
  • Birne
  • Pfirsisch
  • Aprikose
  • Mandeln
  • Forsythien
  • Birken
  • Weißdorn
  • Haselnuß

Wer einen passenden Obstbaum im Garten hat, kann sich aus Zweigen, die ohnehin ausgelichtet werden müssen, gut bedienen.

Blühbedingungen der Barbarazweige

Um gut austreiben zu können, benötigen die Zweige zuvor eine zumindest kurze Kälteperiode. War die Witterung im Herbst bis zum Barbaratag sehr mild und frostfrei, sollte man die Zweige nach dem Schnitt zunächst über Nacht in die Gefriertruhe legen, um die Kälte zu simulieren.

Danach scneidet man die Stengel schräg an und stellt die Zweige in einer Vase mit frischem, lauwarmem Wasser an einen warmen und hellen Platz, z.B. im Wohnzimmer. Häufiger Wasserwechsel ist wichtig, außerdem sollte die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig sein, damit die Triebe nicht vertrocknen. Tägliches Nebeln mit der Sprühflasche ist besonders günstig.

Glücksorakel für das Neue Jahr

Laut Überlieferung deutet es auf ein glückliches neues Jahr hin, wenn die Barbarazweige ihre Blüten punktgenau am Heiligabend öffnen. Kümmern und welken sie vor sich hin, sieht es nicht so gut aus mit der Glücksvorhersage.

Ob man an diese Vorhersage glaubt, sei jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall bringen die Zweige – egal, ob sie pünklich oder mit ein wenig Zeitversatz blühen – in den dunkelsten Tagen des Jahres einen Hauch von Frühling ins Haus.