Tomatensorten 2014

Erste Hälfte März – höchste Zeit, Tomaten auszusäen, wenn man nicht auf fertige 08-15-Pflanzen angewiesen sein möchte.

Die interessanten Experimente aus 2013 mit ungewöhnlichen Tomatensorten haben mich auch dieses Jahr wieder dazu bewogen, einige unbekannte Sorten auszuprobieren. Außerdem steht der zweite Versuch mit einigen im Vorjahr gepflanzten Sorten an.

Ein Einkaufsbummel durch zwei Gartenmärkte brachte die höchst erfreuliche Erkenntnis, daß ich offenbar voll im Trend liege: dieses Jahr gibt es allerlei mir bisher ungekannte Sorten in den Regalen mit den Samentütchen. Guckt man dabei kritisch auf die Preise, fällt man leider beinahe in Ohnmacht. Alles Ungewöhnliche lassen sich die Anbieter teuer bezahlen: für 5 mickrige Tomatenkernlein sind runde 6 Euro schon ein sehr stattlicher Preis. Vielleicht sollte der Gesetzgeber hier auch einmal eine Kilopreisangabe einführen? 😯

Ein paar Samenreste vom Vorjahr waren auch noch übrig. Zudem wurde ich wieder einmal im Internet fündig, dieses Mal auf einer Seite, wo es unter anderm russische Tomatensorten als Samen zu kaufen gibt.

Ganz witzig dabei der Hinweis, daß das Saatgut keine Sortenzulassung hat und lediglich für den Zierpflanzenanbau verkauft wird: “Die angebotenen Sorten geben wir ausdrücklich als Sammelobjekte oder Zierpflanzen ab …  Zu Genusszwecken dürfen sie keinesfalls verwendet werden, ist aber kulinarisch sehr schade.” Wir werden also dieses Jahr hoffentlich viele hübsche Zierfrüchtchen einer kulinarischen Verwertung zuführen. 🙂

Tomaten-Aussaat 2014

Die 10er-Töpfe, in denen man z.B. Stiefmütterchen und andere kleine Pflänzchen kaufen kann, eignen sich für die Tomatensaat sehr gut. Aussaaterde finde ich wichtig, denn sie ist schön feinkrümelig und nicht mit Dünger angereichert, der die Keimlinge überfüttern würde.

Je Sorte säe ich ein halbes 10er-Tray = eine 5er-Reihe aus. Den Erfahrungen des Vorjahrs zufolge wird ohnehin vermutlich nur ein noch nicht absehbarer Prozentsatz keimen. Die Topfreihen habe ich mit Aufklebern und einem wasserfesten Markierstift beschriftet, damit ich die Sorten auseinanderhalten kann.

Standard-Sorten

  • Harzfeuer – meine schon seit Jahren bewährte und unverzichtbare runde, “normale” Tomate

Tomaten im 3. Experimentierjahr

  • Santasian – seit 2 Jahren im Fuchs’schen Tomatenprogramm, eine kleine Datteltomate, die im letzten Jahr leider nicht so kräftig gewachsen ist, aber sehr gut schmeckt. Wenn sie wieder mickert, fliegt sie leider raus, denn die Samen sind skandalös teuer und als F1-Hybride nicht selbst vermehrbar.
  • Red Pear: die kleine, birnenförmige Tomate färbt zwar ein wenig ungleichmäßig, schmeckt aber so gut und ist so wüchsig, daß sie beste Chancen hat, den Sprung ins Standardsortiment zu schaffen. Dieses Jahr stammen die Samen von eigenen Früchten des Vorjahres.

Tomaten im 2. Experimentierjahr

Die Sorten, die im letzten Jahr entweder gar nicht oder nur ganz schlecht gekeimt haben und in der “Verreckerlesreihe” standen, bekommen dieses Jahr eine zweite Chance. Weil die Pflanzen allesamt zu schwach waren, dauerte es sehr lange, bis sie hochkamen. Der Fruchtansatz kam dadurch so spät, daß die Früchte nicht mehr ausreifen konnten.

Der schlechten Keimkraft wegen habe ich die gesamten Restbestände jeder Sorte auf jeweils 2 Töpfchen verteilt in der Hoffnung, daß wenigstens ein oder zwei Kerne keimen und sich gut entwickeln.

  • Rocky: Eiertomate. 2013 hatte nur einer von 5 Kernen gekeimt; die Pflanze war sehr schwach.
  • Waltingers Cocktailtomate: keiner der 5 Kerne hatte 2013 gekeimt
  • Julirot: Kirschtomate. 2013 hatte nur einer von 7 Kernen gekeimt. Stärkste Pflanze unter dem “Mickerlingen”, Fruchtansatz kam trotzdem nicht bis zur Reife.
  • Teardrop: kleine Eier-/Datteltomate. 2013 hatte nur einer von 8 Kernen gekeimt; die Pflanze war sehr schwach.

Von den 2013 gut gewachsenen Neulingen schaffte es nur einer in die zweite Runde, weil wüchsig und wohlschmeckend:

  • Ei von Phuket: pflaumengroße, leuchtend pinkfarbene, sehr aromatische Tomate

Neue Tomatensorten

Ein rundes Dutzend neuer Sorten mit dem Schwerpunkt auf Eiertomaten für Salate und zum Trocknen und auf Datteltomaten für den Naschverbrauch stehen dieses Jahr auf der Liste der Neulinge. Ich bin gespannt, wie vor allem die „Zierpflanzen”-Tomaten sich entwickeln werden. 🙂

  • Dasher: pflaumenförmige Tomate, F1-Hybride mit sage und schreibe 5 (!) Korn Samen in der Tüte
  • Supersweet: eine Kirschtomate, die im vorigen Jahr versehentlich bei der Aussaat außen vor blieb.
  • Corianne: eine besonders lange, schmale Eiertomate, die auf dem Samentütchen optisch stark der San Marzano-Tomate ähnelt
  • Maiglöckchen: kleine, ovale Eiertomate
  • Vinogradnij: (Виноградный): ovale Kirschtomate russischer Herkunft
  • Rostova: mittelgroße, herzförmige Ochsenherztomate russischer Herkunft, die in den USA unter dem Namen Sunset’s Red Horizon bekannt sein soll
  • Sibirskij surpriz (Сибирский сюрприз): die “Sibirische Überraschung” wird als länglich-ovale “Pastasorte” beschrieben
  • Howard German: eine dem Andenhorn ähnelnde Tomate, die vermutlich aus den USA stammt
  • Sprite: Datteltomate – vielleicht eine Alternative zu Santasian?
  • Hochloma: lange, spitze Eiertomate russischer Herkunft
  • Sacharnaja sliva (Сахарная слива): “Zuckerpflaume” – eine ovale, pflaumengroße Tomate
  • Cœur de Pigeon: “Taubenherz”, eine herzförmige Minitomate. Von dieser Sorte habe ich Früchte im Supermarkt gekauft (also Samen mit Frucht drumrum) und ein paar Kerne ausgesät.

Im Moment stehen die Tomatenkästen – leider wenig dekorativ – hinter der Terrassentür, wo es 1. warm und 2. hell ist. In einigen Töpfchen regt sich schon etwas: die ersten Keimlinge zeigten sich bereits nach fünf Tagen und recken sich dem Licht entgegen. Sobald sie ein wenig größer sind, ziehen sie an einen ebenso hellen, aber etwas weniger warmen Platz um. Ab April dürfen sie bei Sonnenschein schon ein paar Stunden täglich ins Freie.

Tomatensorten zum Fertigkaufen

Da die Aufzucht der Tomatenpflanzen aus Samen einigen Platz braucht, hoffe ich, im April noch einige Einzelpflanzen bereits vorgezogen kaufen zu können. Auf meiner Wuschliste stehen

  • San Marzano
  • Ochsenherz
  • Andenhorn
  • Quadro

Diese Sorten hatte ich bereits im Vorjahr als Pflanzen gekauft und finde sie einen 2. Versuch wert.

Durch’s Raster gefallen: aussortierte Tomatensorten

Ein paar Kandidaten sind gleich wieder ersatzlos gestrichen worden, weil sie uns entweder nicht schmecken, oder andere Probleme bereiten:

  • Roma: auch wenn sie noch so gut schmeckt; San Marzano schmeckt mindestens ebenso gut und ist viel wüchsiger
  • Johannisbeertomate: endlose Pflückarbeit weil sehr klein, zu viele geplatze Früchte
  • Prinz Borghese: es gibt keinen Grund, warum ich diese Tomate haben müßte
  • Schwarze Pflaume: es gibt keinen Grund, warum ich diese Tomate haben müßte, zudem stört mich die Färbung
  • Small Eggs: schwaches Wachstum, endlose Pflückarbeit, fast nur geplatzte Früchte

Fortsetzung folgt.

 

 

4 Gedanken zu „Tomatensorten 2014

  1. Torben

    Ich habe auch jedes Jahr mit verschiedenen Tomatensorten im Garten angepflanzt und auch Tomaten aus dem Urlaub aus Italien mitgebracht, Samen getrocknet und gezogen.
    Da haben sich so leckere und tolle Tomatensorten ergeben, dass keine gekauften mehr in die Tüte kommen.

  2. ingo

    Hallo Frau Fuchs,

    unsere letzten Tomaten werden wohl nicht mehr „erröten“ … kennen Sie einen Trick, wie grüne Tomaten nach dem Ernten nachreifen?

    Gruß Ingo

  3. ingo

    Hallo Frau Fuchs,

    vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe zwischenzeitlich „in meinem Gedächtnis gekramt“. Irgendwie war mir so, als müsse man Tomaten in Zeitungspapier einwickeln … Ich habe das schon öfter ausprobiert, leider ohne Erfolg. Vermutlich war ich zu ungeduldig.

    Gruß Ingo