Stachelbeeren

Grüne Stachelbeeren

Grüne Stachelbeeren

“Mag ich nicht”, “zu sauer”, “zu viele Kerne”, “zu stachelig” … über Stachelbeeren habe ich schon zahlreiche ablehnende Kommentare gehört.

Zugegeben, Stachelbeeren sind kein Obst, das jeder mit Behagen und in großen Mengen einfach so wegfuttert. Die grünen, gelben oder roten Beerenfrüchte sind eher unter Liebhaberobst einzuordnen, das nur echte Kenner wirklich zu schätzen wissen.

Meine ersten Stachelbeerversuche beschränkten sich auf zwei Sträucher mit grünen Beeren. Unserer Oma wegen gepflanzt (ich war damals auch noch ein Stachelbeerbanause), ärgerten sie mich eigentlich mehr, als ich sie liebte, denn die Ernte ist eine vertrackte Angelegenheit, will man nicht total verkratzt werden.

Stachelbeersorten

Mehr Unterscheidung als in grüne, gelbe und rote Beeren kann ich leider nicht bieten; die jetzt vorhandenen Büsche stehen alle seit Jahren, und ich habe dummerweise nicht Buch geführt, welche Sorten ich gepflanzt habe.

Nach meiner Erfahrung sind die roten Sorten im Geschmack etwas weniger säurebetont als die grünen; dieser Eindruck mag aber auch an der Optik und am Erntezeitpunkt hängen. Gelbe Stachelbeeren habe ich bisher nicht ausprobiert.

Wesentlich bei der Auswahl des Pflanzguts ist die Frage, ob man Büsche, Halbstämme oder Hochstämme setzen sollte. Der leichteren Pflege und Ernte wegen kann ich nur empfehlen, die Finger von Büschen zu lassen und Stämmchen zu pflanzen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl einer mehltauresistenten Sorte, will man nicht den ganzen Sommer über diesen lästigen Pilz bekämpfen müssen. Ihre Stachelbeerpflanzen sollten Sie lieber im Fachgeschäft = Baumschule als in Gartenmärkten oder im Discounter kaufen. Sie kosten auch in der Baumschule kaum mehr als anderswo.

Stachelbeeren kultivieren

Rote Stachelbeeren

Rote Stachelbeeren

Stachelbeeren sind recht anspruchslos. Sie wachsen problemlos und bringen treu und brav alle Jahre wieder ihre süßsauren Früchte.

An vollsonnigen Standorten wird es den Beeren in der Reifezeit gelegentlich zu heiß; die Früchte sehen dann aus, als seien sie am Stock gekocht worden. Ein Standort mit Morgensonne und Schatten am Nachmittag brachte bei uns die besten Ergebnisse. Gute Wasserversorgung ist darüber hinaus sehr wichtig.

Stämmchen in jeder Höhe benötigen unbedingt einen festen Halt, z.B. einen Tomatenpfahl, an dem sie angebunden werden. Dabei ist es wichtig, den Stock nicht nur am Stamm, sondern ganz besonders auch innerhalb der Krone an mindestens zwei Stellen anzubinden, damit sie unter der Last der Früchte nicht der Schwerkraft folgen und abknicken oder gar abbrechen kann.

Stachelbeeren benötigen alljährlich einen Schnitt, bei dem zu alte, zu dicht stehende und sich überkreuzende Triebe herausgeschnitten und lange Seitentriebe auf 2–3 Augen eingekürzt werden. Dieser recht stark anmutende Rückschnitt mag während des Schneidens viel zu heftig erscheinen – aber stellen Sie sich die kreuz und quer wachsenden, stacheligen Zweige einmal mit Fruchtbehang vor – und vor allem, ob und wie Sie dann unbeschadet an die Früchte herankommen.

Stachelbeeren ernten

Vor den Genuß haben die Götter die Ernte gesetzt. Das heißt: jetzt wird es stachelig, und wer einmal selbst geerntet hat, wird sich nie wieder über hohe Preise auf dem Markt beklagen.

Den Erntezeitpunkt bestimmt der Verwendungszweck; im Zweifelsfall verlassen Sie sich a) auf Ihre Hand (ist die Beere weich?) und b) auf ihren Geschmackssinn. Die Beeren sollten mit dem Stiel geerntet werden, damit die Beerenhaut intakt bleibt und kein Saft verlorengeht. Sind die Beeren völlig unverletzt, bleiben sie im Kühlschrank einige Tage frisch.

Stachelbeeren genießen

Frischverzehr ist eine tolle Sache, aber ein erwachsener Stachelbeerstrauch kann schon bis zu vier oder gar fünf Kilo Früchte bringen, die man kaum alle roh essen kann.

Konservierung

Ob eingekocht oder eingefroren, Stachelbeeren werden durch die Konservierung weich. Sie sind trotzdem für Kuchen, Desserts oder Kompott sehr gut verwendbar, da sie kaum an Geschmack verlieren.

Stachelbeergelee oder -marmelade

Stachelbeeren gelieren sehr gut; für Gelees oder Marmelade sollten sie etwas früher als für den Frischverzehr geerntet werden. Pfiffige Stachelbeeranbauer dünnen ihre Sträucher für den Marmeladenbedarf aus. Der Rest bleibt danach noch ein paar Tage zum Weiterreifen hängen und nimmt dadurch an Dicke und Aroma zu.

Stachelbeerkompott

Kurz aufgekocht mit etwas Zucker und Wasser oder Weißwein ergeben Stachelbeeren ein erfrischendes Kompott. Für Grüne Grütze sind sie unentbehrlich.

Stachelbeerkuchen

Die Beeren schmecken besonders gut als Belag für Mürbeteig- oder Biskuitböden. Eine Stachelbeertorte mit Baiserhaube ist ein extravaganter Hochgenuß.