Roter Weinbergspfirsich

Roter Weinbergspfirsich

Roter Weinbergspfirsich

Ein glücklicher Zufall in einer Baumschule im nahegelegenen Kirchheim-Bolanden, wo ich meine vorbestellten Aprikosenbäumchen abholen wollte, ließ mich vor drei Jahren diesen interessanten Pfirsichbaum entdecken.

Roter Weinbergspfirsich im Garten

Normalerweise bevorzuge ich Buschbäume oder Niedrigstämme, die man ohne Kletteraktionen in schwindelnder Höhe auf der Leiter schneiden, pflegen und abernten kann.

Veredelt als Halbstamm war der Baum mir eigentlich eine Nummer zu groß. Da ich aber bisher nur – und auch nur theoretisch – die “normalen”, weißfleischigen Weinbergspfirsische kannte, konnte ich dem Exoten nicht widerstehen.

An seinem geschützter Platz an der Ostseite unserer Halle wächst der Rote Weinbergspfirsich bei voller Morgen- und Mittagssonne willig. Spätnachmittags hat er Schatten, was den Baum nicht zu stören scheint. Die Halle liefert dazu deutlichen Windschutz gen Westen.

Regelmäßiger Rückschnitt ist wie bei allen Pfirsichen notwendig. Pflanzenschutz gegen die lästige Kräuselkrankheit soll theoretisch nicht notwendig sein; hier gehe ich jedoch kein Risiko ein und spritze den Baum mit den anderen routinemäßig mit.

Erste Ernte: Geschmackliche Enttäuschung

Bereits im ersten Jahr brachte der Baum eine Handvoll Früchte, die alle abfielen. Ihr Geschmack – im Nachhinein ist mir klar, daß sie notreif gewesen sein müssen – war einfach nur scheußlich zu nennen: keinerlei Aromatik, dagegen ausgeprägte Bitterstoffe – sowas braucht niemand!

In meiner maßlosen Enttäuschung – schließlich eilt den Weinbergspfirsichen der Ruf besonders edlen Geschmacks voraus – war ich schon drauf und dran, den Baum umgehend wieder auszugraben.

Was mich davon abhielt, den Baum schnellstens zu entsorgen, kann ich nicht sagen. Im Frühjahr stand er jedenfalls immer noch an seinem Platz, bekam seinen Rückschnitt und damit eine zweite Chance, die er zu unserem großen kulinarischen Vergnügen vortrefflich nutzte.

Geschmack des Roten Weinbergspfirsichs

Früchte des roten Weinbergspfirsichs

Früchte des roten Weinbergspfirsichs

Mit ihrer unscheinbar bräunlich-roten Farbe sind die relativ kleinen Früchte optisch ziemlich unattraktiv.

Während der Reife sind die Pfirsiche wenig geeignet für ungeduldige Gärtner: wer meint, die Früchte noch fest ernten zu müssen, wird mit leicht bitterem, wenig aromatischem Geschmack abgestraft, den auch vorzeitig abgefallene, notreife Früchte aufweisen.

Wer sich geduldet, bis sich die Früchte am Baum weich und reif anfassen, bekommt dagegen ein wunderbares, intensives Geschmackserlebnis: das tief-dunkelrote Fruchtfleisch ist saftig und schmeckt überaus aromatisch. Die feste Schale stört dabei keineswegs, zudem läßt sie sich bei Bedarf ganz leicht abziehen, und der Pfirsich ist gut steinlösend.

Die Reifezeit des Weinbergpfirsichs ist – leicht folgernd – im September.

Rote Weinbergspfirsiche genießen

Die bisher noch wenigen Früchte fanden in der Familie reißenden Absatz; jeder wollte von den ungewöhnlichen Pfirsichen probieren, und alle, die kosten durften, wollten mehr davon. Insofern war Frischverzehr die einzig denkbare Verwendung; zu mehr haben die Früchte einfach nicht gereicht.

Was nicht gleich weggefuttert wird, hält sich einige Tage im Kühlschrank. Man sollte hier aber kontrollieren, daß sich keine faulen Stellen bilden. Am besten lagern die Früchte flach ausgebreitet.

Ich kann mir gut vorstellen, daß die Weinbergspfirsiche vorzügliche Marmelade liefern. Ob sie zum Einfrieren geeignet sind, hoffe ich im nächsten Jahr ausprobieren zu können. Und vielleicht gibt es dann auch einmal eine leckere Pfirsichbowle…

Fazit

Ein “Must-have” für Pfirsichliebhaber. Wer einen Baum auftreibt und einen passenden Platz dafür hat, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen.

 

2 Gedanken zu „Roter Weinbergspfirsich

  1. iris ronicke

    guten tag, ich suche ganz verzweifelt früchte vom roten Pfirsich kannst dur mir eine Anschrift nennen wo ich die bekommen kann. wäre dir für eine antwort sehr dankbar
    gruss Iris ronicke

  2. cantaloupe

    hallo, die frage ist schon älter, aber ich antworte dennoch…..ich ziehe mir schon seit zig jahren die bäume selber…..i.d.r. werden so auch die bäume weitergegeben…..seit einigen jahren findet man die pfirsiche in bauernläden….jetzt zur zeit…..