Pflaumenkuchen

Pflaumenkuchen mit der “Magna Glauca”

Pflaumenkuchen mit der “Magna Glauca”

Der erste Pflaumenkuchen des Jahres ist immer etwas Besonderes. Da die frühen Pflaumen beim Backen sehr “suppen”, ist es wichtig, den richtigen Boden auszuwählen, damit es im Backofen keine klebrige Überschwemmung gibt.

Die frühreifende Sorte “Magna Glauca” liefert bei uns die ersten Pflaumen. Sie sind oft schon ab Mitte Juli reif, und mit ihnen backe ich alljährlich den ersten Pflaumenkuchen.

Welcher Teig für den Pflaumenkuchen

Aus meinen Kinderzeiten kenne ich den “Quetschekuche” (Pflaumenkuchen sagt hierzulande eigentlich kein Mensch :-)) nur mit Hefeteig, wobei er bei uns – im Gegensatz zu Rharbarber-, Kirsch- oder Apfelkuchen immer ohne Streusel gebacken wurde.

Erst in Dalsheim machte ich Bekanntschaft mit dem “Quetschedatschi”, nämlich einem Pflaumen- oder Zwetschenkuchen mit Mürbeteigboden.

Das Rezept dafür hatte meine Schwiegermutter irgendwann einmal aus einem Urlaub in Bayern mitgebracht, und von Stund an wurde im Hause Fuchs der Hefeteig unterm Quetschkuche vom Mürbeteig verdrängt.

Natürlich ist der Mürbeteig – guckt man auf die Kalorien – sehr viel üppiger als ein Hefeteig; er schmeckt aber auch einfach gut!

Zutaten für den Pflaumenkuchen

  • 150 g Butter oder Margarine
  • 150 g Zucker – da ich gerne zuckerreduziert backe, reichen uns 100 g
  • 2 Eier
  • 300 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • für frühe Pflaumensorten: blütenzarte Haferflocken
  • ca. 1 kg Pflaumen oder Zwetschen

Zubereitung des Pflaumenkuchens

Für den Teig das Fett mit Zucker und den Eiern schaumig schlagen. Mehl und Backpulver unterkneten. Den Teig mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen.

Die Pflaumen waschen und auf einem Handtuch auslegen, vorsichtig trockentupfen. Wer zeitig genug daran denkt, sie zu waschen, kann sie im Sieb abtrocken lassen. Pflaumen halb einschneiden, entkernen und die Hälften noch einmal einschneiden. (Handelsübliche Pflaumenentkerner liefern das gleiche Resultat, sofern die Frucht sich gut vom Stein löst und für das Gerät nicht zu dick ist.)

Eine Springform (28 cm Durchmesser) fetten, den Boden mit dem Teig auslegen und einen Rand aufwölben. Falls Sie frühe Pflaumen verwenden, den Teig mit blütenzarten Haferflocken dünn bestreuen. Die Pflaumen kreisförmig auf den Boden setzen.

Ca. 40 Min. bei 160 Grad Umluft backen.

Vollkorn-Variante des Pflaumenkuchens

Dieses Rezept eignet sich gut zum Backen mit Vollkorn-Weizen- oder Dinkelmehl.

Wenn Sie frühreifende Pflaumen verwenden, brauchen Sie keine Extra-Flüssigkeit zuzugeben. Der Vollkornteig saugt den überschüssigen Saft wunderbar auf.

Für späte Hauszwetschen, die kaum Saft verlieren, geben Sie zum Teig zusätzlich 2–3 EL Wasser und lassen Sie ihn wenigstens eine Stunde ruhen, damit das Mehl genügend ausquellen kann. Ggf. noch etwas Wasser hinzufügen.

Süß- und sauer-backende Pflaumen

Die verschiedenen Pflaumensorten verhalten sich beim Backen (bzw. beim Erhitzen) unterschiedlich: manche Sorten verlieren ihre Süße, andere bleiben süß. Gelegentlich findet man bei den Sortenbeschreibungen einen Hinweis wie “backt süß”. Nach meiner Erfahrung backen die frühen, besonders saftreichen Sorten, nämlich die rundlichen Pflaumen eher sauer, während die später reifenden Zwetschen süß backen und viel weniger Saft ziehen.

Wenn Sie das Pech hatten, eine sauerbackende Sorte zu erwischen, bleibt nur die Möglichkeit, den Kuchen nach dem Backen, aber erst kurz vom Verzehr mit Zucker zu bestreuen. Am besten kommt ein Zuckerstreuer mit auf den Tisch, damit jeder die Süße selbst dosieren kann.

Weitere Pflaumensorten

Auch Mirabellen und Renekloden gehören zur Pflaumenfamilie und eignen sich zum Backen. Mirabellen backen nach meiner Erfahrung durchgehend süß. Bei Renekloden kommt es wieder auf die Sorte an; die weitverbreitete grüne, sehr süß schmeckende Reneklode backt sich ebenfalls süß. Bei ihr ist es sogar empfehlenswert, den Zucker im Teig noch etwas zu reduzieren.

7 Gedanken zu „Pflaumenkuchen

    1. Hildegard Fuchs Beitragsautor

      Hallo hansen,

      das muß wohl die rheinhessisch-phonetische Version eben dieses Zwetschgendatschi sein, denn Zwetsch(g)en heißen auf Rheinhessisch nunmal “Quetsche”, während der “Datschi” als bayerisches Fremdwort unverändert erhalten bleibt. 🙂

      Gruß
      Hildegard

      1. hansen

        Hallo Hildegard,

        eine “Quetsche” ist bei uns ein Akkordeon.
        Aber um zum Thema zurückzukommen, der Mürbeteig ist für einen Zwetschgendatschi auf alle Fälle die bessere Wahl – schmeckt gut, ist leicht zu machen und man muss sich nicht mit der Hefe rumärgern.

        Grüße
        hansen

        1. Hildegard Fuchs Beitragsautor

          Hallo hansen,

          das ist ja witzig: bei uns heißt das Akkordeon „Quetschkommode“.

          Mit der Hefe stehe ich im Prinzip auf Du und Du, aber wenn der Göttergatte den Kuchen dann verschmäht, macht das Backen auch keinen Spaß.

          Gruß
          Hildegard

  1. Arita

    Das Rezept ist der Hammer – zufällig gefunden …. gestern Abend gebacken und heute zum Kaffee gegessen … das ist jetzt mein Rezept 🙂 DANKE

  2. Arita

    Zufällig das Rezept gefunden und direkt ausprobiert …. was soll ich sagen – ich bin verliebt!!!! Sehr lecker – Danke 🙂

    1. Hildegard Fuchs Beitragsautor

      Danke für die beiden netten Kommentare – freut mich sehr, daß unser Zwetschenkuchen so gut ankommt. Wir lieben ihn auch!