Nach der starken Frostperiode mit für unsere Gegend ungewöhnlichen 20 cm Schnee ins nun der Rebschnitt in vollem Gange.
Wir schneiden unsere Stöcke in der Regel auf nur einen Bügel, um nach dem Austrieb eine lockere Laubwand zu erhalten. Außerdem wird ein kurzer “Stift”, ein Stückchen Rebholz mit nur 2–3 Augen stehen gelassen, damit für die nächste Wachstumsperiode genügend junges Holz nachwächst.
Auf dem Foto sehen Sie die mit rot als Schnittstellen markierten Triebe; an diesen Stellen wird geschnitten, und der alte Bügel des Vorjahrs wird komplett entfernt.
Die beiden grünen Pfeile weisen auf den kurzen Stift und auf den jetzt noch senkrecht stehenden Trieb, der später flach angebunden werden wird.
Das überflüssige Rebholz wird aus dem Drahtrahmen herausgezogen, in den Rebzeilen aufgeschichtet und kleingehäckselt. Es liefert wertvolles Material für die Humusbildung.
Die ersten Weine des neuen Jahrgangs sind gefüllt, und wir freuen uns über hervorragende Qualitäten. Probieren Sie aus der 2009er Ernte Chardonnay-Weißwein, den ganz trockenen Spätburgunder Blanc de Noir und bei den Rotweinen Dunkelfelder und Schwarzriesling trocken.
Neben allgemeinen Reparaturarbeiten wie das Ausbessern von Stickeln und Drähten haben wir mit dem Rebschnitt begonnen, der die nächste Wachstumsperiode vorbereitet.
Der Schnitt ist eine der wesentlichsten Handarbeiten im Weinberg, denn er beeinflußt maßgeblich das Wachstum und die Fruchtbarkeit jedes einzelnen Rebstocks. Fachgerechter Schnitt ist eine hohe Kunst; er zielt auf gleichmäßigen Austrieb mit maßvollem Ertrag, um die Rebstöcke gesund zu erhalten und die volle Reife der Trauben zu erreichen.
Die Weinlese ist abgeschlossen, und wir freuen uns über einen sehr vielversprechenden Jahrgang 2009 im Keller.
Die jungen Weißweine probieren sich angenehm fruchtig und ausdrucksstark, die Rotweine überzeugen durch Dichte und Farbkraft.
Der Jahrgang 2009 hat uns eine erste, wenn auch sehr kleine Ernte des Rosenmuskatellers beschert. Einzelheiten dazu auf der Seite Rosenmuskateller.
In den Weinbergen reift das Holz, das heißt die grünen Triebe des diesjährigen Austriebs verändern ihre Farbe von grün nach braun und verholzen. Dieser Reifeprozeß ist sehr wichtig für die Winterhärte der Rebstöcke und für den Austrieb im kommenden Jahr.
In manchen Weinbergen ist das Laub durch kurze Nachtfröste bereits braun verfärbt, in anderen zeigt sich noch die bunte Herbstfärbung wie beim Dornfelder auf dem Foto oben rechts.
Inzwischen nutzen wir die Zeit vor dem Rebschnitt, um schadhafte Stellen an den Drahtrahmen auszubessern. Hier und da muß ein Stickel ausgetauscht oder ein Draht erneuert werden.
Bereits vor der Ernte hatten wir abgestorbene Rebstöcke entfernt, in den entstandenen Lücken werden wir in Kürze neue Reben nachpflanzen.
Erntebeginn war in diesem Jahr am 23. September. Das seither herrschende ruhige Spätsommerwetter mit warmen, trockenen Tagen und kühlen Nächten hat uns optimale Bedingungen zur Ernte beschert.
Nach den frühen Weißweinsorten Bacchus, Müller-Thurgau und Morio-Muskat folgte die Ernte für den neuen Spätburgunder Blanc de Noir, der zur Zeit leider ausverkauft ist. Geduld, liebe Blanc de Noir-Freunde, der neue Jahrgang kommt bestimmt!
Der Wechsel auf die frühen Rotweinsorten kam direkt im Anschluß: Portugieser, Dunkelfelder und die ersten Dornfelder sind bereits in der Gärung.
Zurück zu den Weißweinen standen am ersten Oktoberwochenende (in der Ernte hat die Woche 7 lange Arbeitstage!) Siegerrebe und Huxelrebe auf dem Leseprogramm.
Fotos
oben: Der Traubenvollernter leert seinen “Bunker” auf die Rolle.
unten: Dunkelfelder mit seiner ernormen Farbkraft auf der Kelter
Durch das anhaltend sonnige Wetter ist auch die Reife der späten Sorten inzwischen deutlich fortgeschritten: Die ersten Partien Scheurebe und Riesling sind soweit.
Die Ernte wird noch etwa zwei Wochen dauern, bis auch Silvaner und Gewürztraminer und die ganz spät reifenden Burgundersorten alle sicher daheim sind.
Parallel zur Ernte draußen in den Weinbergen läuft im Keller die Verarbeitung: Die Trauben werden zunächst von der Transportrolle in einen großen Trichter abgekippt, von dem sie mittels einer Schnecke in die Traubenmühle transportiert werden.
In der Kelter wird der Saft mit sanftem Druck aus der Maische gewonnen. Es ist sehr wichtig, daß die Kelter mit nur geringem Druck arbeitet, damit die zum Teil recht dicken Kerne der Weintrauben nicht verletzt werden und unerwünschte Geschmacksnoten abgeben. Der verbleibende Trester, die Reste aus Kernen und Schalen, verwenden wir quasi im Recycling und bringen sie in den Rebgassen aus.
Direkt von der Kelter läuft der frisch gepreßte Most über ein aufwendiges Filterverfahren. Die früher üblich gewesene und auch heute noch weitverbreitete Methode, den Most “mit Dreck und Speck” vergären zu lassen, ist aufgrund unseres Qualitätsanspruchs nicht unser Stil. Vor der Gärung filtern wir alle Trubstoffe aus unseren Mosten; sie kommen glasklar und sauber in die Gärtanks.
Die Gärung setzt sehr schnell ein. Zur besseren Entwicklung der Aromatik halten wir dabei die Temperatur niedrig, um den Gärprozeß langsam aber stetig verlaufen zu lassen. Regelmäßige Kontrolle der Tanks ist wichtig!
Wir können vieles, aber nicht alles steuern – jeder Wein entwickelt im Keller eine gewisse Eigendynamik, die wir zwar kontrollieren und in hohem Maße beeinflussen, letztlich aber nicht 100%ig steuern können. Verteilt man eine Partie Most auf zwei verschiedene Tanks, so werden beide gären, aber nicht im gleichen Tempo, beide werden ihre sortentypischen Aromen entwickeln, aber in unterschiedlichen Nuancen – ein spannendes Arbeitsfeld!
Die Trauben haben in der Dicke deutlich zugenommen, sind aber noch sehr fest. Ab jetzt setzen Saftbildung und Zuckerbildung ein.
Die roten Rebsorten beginnen unterdessen auch mit der Farbausbildung. Zunächst färben sich die Schalen über Rosa- und Rottöne bis hin zum kräftigen Dunkelblau, danach erst setzt die Färbung des Saftes ein.
Während sich bei Portugieser und Spätburgunder oder Schwarzriesling der Saft nur zart rötlich verfärbt und das Fruchtfleisch hell bleibt, färben sich die besonders dunklen Sorten wie Dornfelder oder Dunkelfelder auch im inneren der Beeren. Bei diesen Sorten nimmt auch das Laub während des Reifeprozesses einen rötliche Farbton an.
Die Handarbeiten abgeschlossen, die Bodenbearbeitung – regelmäßiges Mulchen der Begrünung und Pflege der offenen Reihen – geht weiter.
Wir schneiden weiter das Laub nach, damit die Energie der Reben vornehmlich in die Reife der Früchte und nicht in das Längenwachstum der Triebe fließt.
Aktuelles – Juli 2009Inzwischen sind die Träubchen kräftig gewachsen: der Fruchtansatz ist deutlich sichtbar, und die Beeren haben etwa Linsen- bis Erbsengröße erreicht.
Etwa Ende Juli/Anfang August rechnen wir mit der Verjus-Lese.
Die Handarbeiten Ausbrechen und Heften sind abgeschlossen, die Bodenbearbeitung – regelmäßiges Mulchen der Begrünung und Pflege der offenen Reihen – geht weiter.
Das Laub ist ebenfalls kräftig gewachsen. In allen Weinbergen haben wir Anfang Juli den ersten Laubschnitt durchgeführt, damit die Energie der Reben nun vornehmlich in die Reife der Früchte und nicht in das Längenwachstum der Triebe fließt.
Bei der Arbeit mit dem Laubschneider kürzt das in “U-auf-dem-Kopf”-Form arbeitende Gerät die seitlichen und nach oben zu lang wachsenden Triebe mit schnell rotierenden Messern ein. Der Schnitt bleibt zur Humusbildung in den Rebzeilen liegen.
Juni 2009 Bereits Mitte der ersten Juniwoche begann in den wärmsten Lagen die Rebblüte, die etwa 2–3 Wochen dauert. Die weißen Blütchen sind nur winzig klein und sehr unscheinbar.
Bei vielen Rebsorten reichen die Triebe inzwischen fast bis zur Oberkante der Drahtrahmen, sie bilden Ranken aus den Blattachseln und halten sich damit an den Drähten fest. Näheres finden Sie dazu auf der Seite Botanik der Rebe.
Bild rechts oben: Rebblüte
rechts unten: Hans-Jakob Fuchs im Portugieser-Weinberg
Aktuelle PflegearbeitenDie Ausbrecharbeiten an den Rebstöcken sind weitgehend abgeschlossen, die Heftarbeiten in vollem Gang.
Beim Heften werden die beweglichen Heftdrahtpaare am Drahtrahmen so eingehängt, daß die Triebe der Reben gleichmäßig im Spalier gehalten werden. Die Heftarbeiten gehen – dem Wachstum entsprechend – über drei Durchgänge, um die Laubwand zu fixieren und Windbruch zu verhindern.
Gleichzeitig sind Bodenpflegemaßnahmen notwendig: begrünte Reihen werden regelmäßig gemulcht, d.h. kurz geschnitten. Der Schnitt bleibt zur Humusbildung in den Reihen liegen.
Offene Reihen müssen ebenfalls regelmäßig, insbesondere nach Regenfällen, bearbeitet werden. Hier fördern wir die feinkrümelige Struktur des Bodens, um gute Durchlüftung und Wasseraufnahme zu gewährleisten.
Aktuelles – Ende April 2009Die warme und sonnige Witterung der ersten Aprilhälfte hat bereits zu Ostern den Austrieb beginnen lassen – der früheste Austriebsbeginn seit Jahrzehnten! Innerhalb weniger Tage haben sich die Knospen geöffnet und am Ostermontag bereits bis 4 cm lange Triebspitzen gebildet. Inzwischen sind die Triebe bis zu 15 cm Länge gewachsen.
Damit hat der Jahrgang 2009 einen Turbostart hingelegt, der allerbeste Voraussetzungen für ein hervorragendes Weinjahr schafft.
Bereits in der ersten Aprilwoche begann in diesem Jahr die Mandelblüte; die Reben lassen sich jedoch mit dem Austrieb noch Zeit bis etwa Anfang Mai.
Die Anbindearbeiten, bei denen die “Bogrebe” zu einem sehr flachen Bogen über den “Biegedraht” gebogen und am unteren Draht des Spalierrahmens angebunden wir, sind abgeschlossen.
Zur Förderung der Bodenstruktur bringen wir in diesem Jahr Grünkompost in den Rebzeilen aus, der locker in den Boden eingearbeitet wird.
Mitte April werden wir in unseren Weinbergen Pheromone als biologischen Vorbeugemaßnahme gegen den Traubenwickler, eine auf Trauben “spezialisierte” Mottenart, aushängen. Der Einsatz der Pheromone macht es möglich, auf Pflanzenschutznahmen mit Insektiziden vollständig zu verzichten.
Der Rebschnitt ist beendet: alle Stöcke sind mittlerweile auf einen Trieb zurückgeschnitten. Nun beginnen die Anbindearbeiten, bei denen der Trieb zu einem sehr flachen Bogen über den “Biegedraht” gebogen und am unteren Draht des Spalierrahmens angebunden wird. Noch ist es viel zu früh im Jahr für den Austrieb, an den Knospen ist jedoch schon schon ein erster kleiner Zuwachs an Umfang zu erkennen.
In der ersten Märzhälfte füllen wir die einige Weine des 2008er Jahrgangs ab. Freuen Sie sich mit uns auf
Foto: Jan Heppes (links) und Hans-Jakob Fuchs beim Abfüllen.
aktualisiert 3.3.2010
last update March 3rd, 2010

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