Laubschnitt im Weinberg

Aktuelles aus den Weinbergen

Juli 2010

In den Weinbergen

Die sommerlichen Temperaturen Ende Juni sorgten für einen schnellen und guten Verlauf der Blüte. Die ersten Fruchtansätze sind mittlerweile deutliche erkennbar mit Beeren in Linsen- bis Erbsengröße.

Die Heftarbeiten, mit denen die Triebe in den Drahtrahmen festgehalten und fixiert werden, sind abgeschlossen. Da das Laub stetig weiterwächst, kommt nun der Laubschneider zum Einsatz. Das seiten- und höhenverstellbare Gerät in Form eines auf dem Kopf stehenden "U" wird über der Zeile gefahren, um den Rebzeilen einen “Haarschnitt” zu machen. Der Sinn dieser Arbeit ist keineswegs nur optisch, um übermäßiges Wuchern zu verhindern, sondern vor allem um die Triebkraft des Rebstocks in die Reife der Trauben anstatt in den weiteren Laubaustrieb zu lenken.

Neben den Laubarbeiten halten wir die begrünten Reihen durch regelmäßiges Mulchen kurz. Die derzeitige Trockenperiode ist für die Rebstöcke mit ihren tiefen Wurzeln kein Problem, solange keine starke Konkurrenz ums Wasser auftritt, und der Boden locker gehalten wird. Aus diesem Grund bearbeiten wir auch die offenen Reihen regelmäßig und halten sie weitgehend unkrautfrei und krümelig in der Bodenstruktur. Verkrustungen oder gar Risse im Boden, durch die die kostbare Feuchtigkeit im Boden wie in einem Abzugsrohr verdunsten kann, vermeiden wir tunlichst.

Nicht zuletzt ist auch der Pflanzenschutz ein wichtiges Thema: die Vorbeugung gegen Pilzerkrankungen ist äußerst wichtig für gesunde Trauben. Aufgrund der heißen Witterung finden die Spritzarbeiten in den frühen Morgenstunden und späten Abendstunden statt, wenn die Sonne die fein vernebelten Tröpfchen nicht zum Brennglas werden läßt.

Im Keller

Hier herrscht zur Zeit Ruhe – die 2009er Weine sind abgefüllt, für die Vorbereitungen zur Ernte 2010 ist es noch zu früh.

 

Rebblüte, Blüte des Weins

21. Juni 2010

In den Weinbergen

Nach einem recht frühen Austrieb Ende April verlangsamte die kühle Witterung Anfang Mai zunächst das Wachstum.

Inzwischen sind die Triebe der Reben jedoch kräftig gewachsen; sie erreichen bei vielen Sorten schon fast die Oberkante der Drahtrahmen. Wir haben daher bereits mit den Heftarbeiten begonnen, um Windbruch zu vermeiden.

An den Trieben haben sich die Blütenstände entwickelt, die der Winzer in der Fachsprache “Gescheine” nennt. Sie sind etwa fingerlang, mit winzigen Knospen in der Größe eines Stecknadelkopfes. Bei den frühestblühenden Rebsorten beginnen die weißen Blütchen gerade, sich zu öffnen.

Die Unwetter der vergangenen Woche haben unsere Weinberge glücklicherweise weitestgehend verschont. Während viele Kollegen in der Südpfalz von starken Hagelschäden betroffen sind, entstand bei uns nur in einem einzigen Weinberg ein relativ geringer Schaden, der die Ernte dort etwas reduzieren wird.

Ende März 2010

In den Weinbergen

Der diesjährige Winter hat uns ungewöhnlich viel Schnee gebracht und damit den Abschluß der Schneidarbeiten bis in den März verzögert.

In den kommenden Wochen werden wir die frisch geschnittenen Rebstöcke anbinden, sodaß der Austrieb, der in der Regel ab Anfang Mai beginnt, schön gleichmäßig erfolgt.

Die milde Witterung der letzten Tage ließ den Boden genügend abtrocknen, daß wir nicht nur den Rebschnitt in den Gassen kleinhäckseln konnten, sondern auch mit dem Ausbringen der diesjährigen Düngung beginnen konnten.

Zunächst wird hierzu eine Bodenuntersuchung vorgenommen, um den Bedarf zu ermitteln. Eine wohldosierte Mischung aus Kalium und Magnesium mit ein wenig Stickstoff, Schwefel und Phosphor ergänzen die im vergangenen Jahr verbrauchten Nährstoffe. Aufgrund unserer kalkhaltigen Böden ist insbesondere die Kalium und Magnesiumversorgung wichtig für die gesunde Entwicklung der Reben.

Im Keller

Die 2009er Weine sind nun zu einem großen Teil abgefüllt oder liegen zur Abfüllung vorbereitet in den Tanks. Die verfügbaren Jahrgänge finden in der Weinkarte.

Aktuelles – Januar 2010

In den Weinbergen

Nach der starken Frostperiode mit für unsere Gegend ungewöhnlichen 20 cm Schnee ins nun der Rebschnitt in vollem Gange.

Wir schneiden unsere Stöcke in der Regel auf nur einen Bügel, um nach dem Austrieb eine lockere Laubwand zu erhalten. Außerdem wird ein kurzer “Stift”, ein Stückchen Rebholz mit nur 2–3 Augen stehen gelassen, damit für die nächste Wachstumsperiode genügend junges Holz nachwächst.

Auf dem Foto sehen Sie die mit rot als Schnittstellen markierten Triebe; an diesen Stellen wird geschnitten, und der alte Bügel des Vorjahrs wird komplett entfernt.

Die beiden grünen Pfeile weisen auf den kurzen Stift und auf den jetzt noch senkrecht stehenden Trieb, der später flach angebunden werden wird.

Das überflüssige Rebholz wird aus dem Drahtrahmen herausgezogen, in den Rebzeilen aufgeschichtet und kleingehäckselt. Es liefert wertvolles Material für die Humusbildung.

 

Aktuelles – Dezember 2009

Der neue Jahrgang 2009

Die ersten Weine des neuen Jahrgangs sind gefüllt, und wir freuen uns über hervorragende Qualitäten. Probieren Sie aus der 2009er Ernte Chardonnay-Weißwein, den ganz trockenen Spätburgunder Blanc de Noir und bei den Rotweinen Dunkelfelder und Schwarzriesling trocken.

In den Weinbergen

Neben allgemeinen Reparaturarbeiten wie das Ausbessern von Stickeln und Drähten haben wir mit dem Rebschnitt begonnen, der die nächste Wachstumsperiode vorbereitet.

Der Schnitt ist eine der wesentlichsten Handarbeiten im Weinberg, denn er beeinflußt maßgeblich das Wachstum und die Fruchtbarkeit jedes einzelnen Rebstocks. Fachgerechter Schnitt ist eine hohe Kunst; er zielt auf gleichmäßigen Austrieb mit maßvollem Ertrag, um die Rebstöcke gesund zu erhalten und die volle Reife der Trauben zu erreichen.

 

Aktuelles – November 2009

Die Weinlese ist abgeschlossen, und wir freuen uns über einen sehr vielversprechenden Jahrgang 2009 im Keller.

Der neue Jahrgang 2009

Die jungen Weißweine probieren sich angenehm fruchtig und ausdrucksstark, die Rotweine überzeugen durch Dichte und Farbkraft.

Jungfernwein beim Rosenmuskateller

Der Jahrgang 2009 hat uns eine erste, wenn auch sehr kleine Ernte des Rosenmuskatellers beschert. Einzelheiten dazu auf der Seite Rosenmuskateller.

In den Weinbergen

In den Weinbergen reift das Holz, das heißt die grünen Triebe des diesjährigen Austriebs verändern ihre Farbe von grün nach braun und verholzen. Dieser Reifeprozeß ist sehr wichtig für die Winterhärte der Rebstöcke und für den Austrieb im kommenden Jahr.

In manchen Weinbergen ist das Laub durch kurze Nachtfröste bereits braun verfärbt, in anderen zeigt sich noch die bunte Herbstfärbung wie beim Dornfelder auf dem Foto oben rechts.

Inzwischen nutzen wir die Zeit vor dem Rebschnitt, um schadhafte Stellen an den Drahtrahmen auszubessern. Hier und da muß ein Stickel ausgetauscht oder ein Draht erneuert werden.

Bereits vor der Ernte hatten wir abgestorbene Rebstöcke entfernt, in den entstandenen Lücken werden wir in Kürze neue Reben nachpflanzen.

 

Aktuelles – Ernte 2009

Erntebeginn war in diesem Jahr am 23. September. Das seither herrschende ruhige Spätsommerwetter mit warmen, trockenen Tagen und kühlen Nächten hat uns optimale Bedingungen zur Ernte beschert.

Frühe Rebsorten

Nach den frühen Weißweinsorten Bacchus, Müller-Thurgau und Morio-Muskat folgte die Ernte für den neuen Spätburgunder Blanc de Noir, der zur Zeit leider ausverkauft ist. Geduld, liebe Blanc de Noir-Freunde, der neue Jahrgang kommt bestimmt!

Der Wechsel auf die frühen Rotweinsorten kam direkt im Anschluß: Portugieser, Dunkelfelder und die ersten Dornfelder sind bereits in der Gärung.

Zurück zu den Weißweinen standen am ersten Oktoberwochenende (in der Ernte hat die Woche 7 lange Arbeitstage!) Siegerrebe und Huxelrebe auf dem Leseprogramm.

Dunkelfelder auf der Kelter Fotos
oben: Der Traubenvollernter leert seinen “Bunker” auf die Rolle.
unten: Dunkelfelder mit seiner ernormen Farbkraft auf der Kelter

Späte Rebsorten

Durch das anhaltend sonnige Wetter ist auch die Reife der späten Sorten inzwischen deutlich fortgeschritten: Die ersten Partien Scheurebe und Riesling sind soweit.

Die Ernte wird noch etwa zwei Wochen dauern, bis auch Silvaner und Gewürztraminer und die ganz spät reifenden Burgundersorten alle sicher daheim sind.

Kellerarbeit

Parallel zur Ernte draußen in den Weinbergen läuft im Keller die Verarbeitung: Die Trauben werden zunächst von der Transportrolle in einen großen Trichter abgekippt, von dem sie mittels einer Schnecke in die Traubenmühle transportiert werden.

Vom Most…

In der Kelter wird der Saft mit sanftem Druck aus der Maische gewonnen. Es ist sehr wichtig, daß die Kelter mit nur geringem Druck arbeitet, damit die zum Teil recht dicken Kerne der Weintrauben nicht verletzt werden und unerwünschte Geschmacksnoten abgeben. Der verbleibende Trester, die Reste aus Kernen und Schalen, verwenden wir quasi im Recycling und bringen sie in den Rebgassen aus.

Direkt von der Kelter läuft der frisch gepreßte Most über ein aufwendiges Filterverfahren. Die früher üblich gewesene und auch heute noch weitverbreitete Methode, den Most “mit Dreck und Speck” vergären zu lassen, ist aufgrund unseres Qualitätsanspruchs nicht unser Stil. Vor der Gärung filtern wir alle Trubstoffe aus unseren Mosten; sie kommen glasklar und sauber in die Gärtanks.

… zum Wein

Die Gärung setzt sehr schnell ein. Zur besseren Entwicklung der Aromatik halten wir dabei die Temperatur niedrig, um den Gärprozeß langsam aber stetig verlaufen zu lassen. Regelmäßige Kontrolle der Tanks ist wichtig!

Kooperation von Natur und Technik

Wir können vieles, aber nicht alles steuern – jeder Wein entwickelt im Keller eine gewisse Eigendynamik, die wir zwar kontrollieren und in hohem Maße beeinflussen, letztlich aber nicht 100%ig steuern können. Verteilt man eine Partie Most auf zwei verschiedene Tanks, so werden beide gären, aber nicht im gleichen Tempo, beide werden ihre sortentypischen Aromen entwickeln, aber in unterschiedlichen Nuancen – ein spannendes Arbeitsfeld!

Weinbautradition seit 1626

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